
Beauftragung der Erstellung einer Potenzialanalyse für die Gewerbegebietsentwicklung in der Stadt St. Pölten durch das Unternehmen „Schedlmayer Raumplanung ZT GmbH"
Beschreibung
Die Stadt St. Pölten will eine langfristige Strategie für ihre Gewerbe- und Industrieflächen entwickeln. Dafür soll die Schedlmayer Raumplanung ZT GmbH mit einer umfassenden Potenzialanalyse beauftragt werden. Untersucht werden bestehende Betriebs- und Industriegebiete, unbebaute gewidmete Flächen, Möglichkeiten zur Nachverdichtung und bestehende Brachflächen. Zusätzlich sollen neue Flächen für eine mögliche Gewerbeentwicklung betrachtet werden – mit einem langfristigen Planungshorizont von 20 bis 30 Jahren. Auch mögliche Standorte für kleinere Rechenzentren sind Teil des Angebots. Konkrete Entwicklungsmaßnahmen oder deren Umsetzung sind noch nicht Teil dieses Auftrags. In einem ersten Schritt werden deshalb die bestehenden Betriebs- und Industriegebiete untersucht. Erhoben werden unter anderem Bebauungsgrad und Flächenreserven, Leerstände, tatsächliche Nutzung, Nachverdichtungsmöglichkeiten und bestehende Brachen. Die Analyse erfolgt mit GIS-Daten und Kartenmaterial sowie durch Erhebungen direkt vor Ort. Auch Eigentumsverhältnisse bei Reserveflächen sollen intern dargestellt werden, damit die Stadt erkennen kann, welche gewidmeten Flächen tatsächlich für eine betriebliche Entwicklung zur Verfügung stehen könnten. Zusätzlich wird geprüft, ob bestehende Betriebs- und Industriegebiete geeignete Flächen für Rechenzentren zwischen 0,5 und 3 Hektar bieten. Damit folgt die Untersuchung ausdrücklich dem Grundsatz, bestehende Baulandreserven zu prüfen, bevor neue Standorte entwickelt werden. Im zweiten Schritt werden mögliche zukünftige Gewerbestandorte untersucht. Dazu gehören bereits gewidmete, aber bisher anders vorgesehene Baulandflächen, die im ISEK 2016 festgelegten Erweiterungsflächen für Betriebe sowie damalige Entwicklungsflächen für Wohnen und Siedlungsentwicklung. Dabei wird überprüft, ob die Annahmen aus dem Jahr 2016 heute noch stimmen. Kriterien sind beispielsweise Verkehrsanbindung, öffentlicher Verkehr, Stromversorgung, mögliche Nutzungskonflikte und die Frage, ob Betriebsflächen sinnvoll gebündelt werden können. Besonders interessant ist die Suche nach neuen langfristigen Standorten, die bisher noch gar nicht für eine Gewerbeentwicklung vorgesehen sind. Dafür wird das gesamte verbleibende Stadtgebiet mittels eines mehrstufigen, GIS-gestützten Verfahrens untersucht. Flächen mit rechtlichen, naturräumlichen oder infrastrukturellen Einschränkungen werden identifiziert und anschließend geeignete Suchräume herausgefiltert. Bewertet werden unter anderem Größe und Erweiterbarkeit, Topografie, Entfernung zu Wohngebieten, Verkehrsanbindung einschließlich öffentlichem Verkehr, technische Infrastruktur und Stromversorgung sowie landwirtschaftliche Bodengüte, Grünraum- und Landschaftsfunktionen. Dabei wird auch unterschieden, welche Art von Betrieb zu welchem Standort passt: Ein klassisches Betriebsgebiet hat andere Anforderungen als ein Industriegebiet oder ein Rechenzentrum. Am Ende werden die möglichen Standorte in einer Bewertungsmatrix und eigenen Flächensteckbriefen gegenübergestellt. Dabei werden zwei Fragen getrennt beantwortet: Wie gut eignet sich eine Fläche tatsächlich als Wirtschaftsstandort – und wie einfach oder schwierig wäre ihre rechtliche Umsetzung? Die Standorte werden daher von „rechtlich und fachlich unproblematisch“ bis „derzeit nicht entwickelbar“ eingestuft. Zusätzlich werden Standortvorteile, Konflikte, notwendige Änderungen und der mögliche Entwicklungshorizont dargestellt. Dadurch soll die Stadt einen nachvollziehbaren Fahrplan erhalten, welche Flächen kurz-, mittel- oder langfristig weiterverfolgt werden können. Als zusätzliche Leistung werden kleinere Rechenzentren unter 0,5 Hektar untersucht. Gesucht werden insbesondere Standorte, an denen leistungsfähige Strom- und Dateninfrastruktur mit bestehenden Fernwärmeleitungen oder größeren Wärmeabnehmern zusammentrifft. Damit soll geprüft werden, ob die laufend entstehende Abwärme solcher Anlagen sinnvoll für die Wärmeversorgung genutzt werden kann. Diese Untersuchung ist ausdrücklich ein strategisches Standortscreening und keine technische Wärmenetzplanung.
Kosten / Förderung
€ 44.000
Auftragnehmer
Schedlmayer Raumplanung ZT GmbH
Zusatz- & Abänderungsanträge
Keine Anträge erfasst
Abstimmungsverhalten der Fraktionen
SPÖ
Dafür
ÖVP
Dafür
FPÖ
Dafür
Grüne
Dafür
KPÖ
Dafür
NEOS
Dafür
BN
Dafür